Garten anlegen in Duisburg: Was Boden und Lage vorgeben
Wer in Duisburg einen Garten anlegt, sollte zwei Fragen vor der Pflanzenliste beantworten: Was liegt unter dem Rasen, und was war dort vorher? Die Stadt liegt am Zusammenfluss von Rhein und Ruhr in der Niederrheinischen Tiefebene, entsprechend prägen Auelehme, Sande und stellenweise hohe Grundwasserstände den Untergrund. Und weil Duisburg eine lange industrielle Geschichte hat, ist bei Grundstücken mit entsprechender Vornutzung eine Prüfung des Bodens keine Übervorsicht, sondern schlicht sinnvoll — besonders dann, wenn Gemüse angebaut oder Kinder auf der Fläche spielen sollen.
Zuerst: Was war hier vorher?
Diese Frage klingt umständlich, ist aber die wichtigste. In Städten mit industrieller Vergangenheit können Flächen Vornutzungen haben, die im Boden Spuren hinterlassen. Kommunen führen Verzeichnisse zu Altlasten und Verdachtsflächen; Auskunft erhalten Sie bei der zuständigen Stelle der Stadtverwaltung. Wenn Sie ein Grundstück neu erwerben oder eine Fläche mit unklarer Geschichte umgestalten, holen Sie diese Auskunft ein, bevor Sie planen.
Besteht Unsicherheit, hilft eine Bodenuntersuchung durch ein Labor. Sie sagt Ihnen, was tatsächlich vorliegt, statt Sie auf Vermutungen sitzen zu lassen. Für reine Ziergärten fällt die Bewertung häufig anders aus als für Nutzgärten — deshalb ist es sinnvoll, die geplante Nutzung bei der Beauftragung anzugeben. Und noch ein Hinweis: Aushub von Flächen mit unklarer Vorgeschichte darf nicht einfach anderswo verfüllt werden. Für die Entsorgung gelten Regeln, über die ein Landschaftsbaubetrieb Auskunft geben kann.
Den Boden lesen
Die einfachste Prüfung machen Sie mit der Hand: Feuchte Erde zu einer Wurst rollen. Zerfällt sie, dominiert Sand — Wasser läuft durch, Nährstoffe werden ausgewaschen. Lässt sie sich glatt ausrollen und glänzt beim Streichen, überwiegt Ton oder Lehm — speichert Wasser, verdichtet schneller, wird bei Trockenheit hart. In der Rheinniederung finden Sie beides, teils auf demselben Grundstück.
Prüfen Sie außerdem die Versickerung: ein Loch von etwa 40 Zentimetern Tiefe ausheben, mit Wasser füllen und beobachten. Steht das Wasser am nächsten Tag noch, haben Sie Staunässe oder einen hohen Grundwasserstand. In Rheinnähe ist das kein Ausnahmefall. Für die Planung heißt das: Tiefwurzler und trockenheitsliebende Pflanzen sind dann die falsche Wahl, ebenso wie Bauteile, die dauerhaft im Wasser stehen. Umgekehrt ergeben sich Möglichkeiten, die andernorts fehlen — feuchte Standorte haben eine eigene, reiche Pflanzenwelt.
Der Faktor Verdichtung
Auf Grundstücken, auf denen kürzlich gebaut oder abgerissen wurde, liegt selten gewachsener Boden. Stattdessen finden Sie verdichtetes Material, Bauschutt und aufgefüllten Aushub. Baufahrzeuge pressen den Untergrund so stark zusammen, dass Wasser nicht mehr versickert und Wurzeln nicht mehr eindringen. Wenn neue Sträucher kümmern oder der frische Rasen nach jedem Regen unter Wasser steht, liegt es fast nie am Saatgut. Lockern, Bodenaustausch in den Pflanzbereichen und gezielte Entwässerung sind dann die eigentliche Arbeit — und der Posten, der ein Angebot ehrlich macht.
Was in die Planung gehört, bevor Pflanzen kommen
- Wasserführung: Wohin läuft Regenwasser von Dach und befestigten Flächen? Versickerung braucht durchlässigen Untergrund — bei hohem Grundwasserstand ist das eine ernsthafte Frage.
- Wege und Terrasse: Der Unterbau entscheidet über die Haltbarkeit. Eine schöne Fläche auf schlechtem Unterbau sackt in wenigen Jahren.
- Höhen und Abfangungen: Ab einer gewissen Höhe wird eine Stützkonstruktion zur statischen Frage.
- Nutzung: Spielrasen, Terrasse und Staudenbeet haben völlig verschiedene Ansprüche.
- Pflegeaufwand: Planen Sie so viel Garten, wie Sie tatsächlich pflegen wollen.
Klima und Pflanzzeit am Niederrhein
Der Niederrhein hat ein mildes, atlantisch geprägtes Klima: vergleichsweise wenig Frost, feuchte Winter, eine lange Vegetationsperiode. Das ist für Gärtner eine gute Ausgangslage und erweitert die Pflanzenauswahl gegenüber raueren Regionen spürbar. Sommerliche Trockenperioden gibt es dennoch, und auf sandigen Böden wirken sie sich schnell aus — eine Bewässerungsmöglichkeit sollte deshalb von Anfang an eingeplant werden, nicht nachgerüstet.
Herbst und Frühjahr sind die klassischen Pflanzzeiten. Im Herbst ist der Boden noch warm und meist feucht, Gehölze wurzeln bis zum Frühjahr an. Bauen Sie in der richtigen Reihenfolge: erst Boden und Entwässerung, dann Wege und Terrasse, dann Gehölze, zuletzt Stauden und Rasen. Wer umgekehrt beginnt, gräbt das Fertige wieder auf.
Fazit
Der Duisburger Garten wird vom Untergrund bestimmt — von Auelehm und Sand, vom Grundwasser und, bei entsprechender Vornutzung, von der Geschichte der Fläche. Klären Sie die Vornutzung bei der Stadt, prüfen Sie Versickerung und Verdichtung, planen Sie Wasserführung vor Pflanzen. Dann ist der Garten nach drei Jahren dort, wo andere nach drei Jahren wieder von vorn anfangen.